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Die Suche nach der schönen Jungfrau

27.02.2015

Iwan und sein buckliges Pferdchen werden am Sonntag, dem 1. März, um 11 Uhr im Schminkkasten beim nächsten 3käsehoch wieder vor fast unlösbare Aufgaben gestellt.

Dieses Mal müssen sie neben einer schönen Jungfrau für den Zaren, einen ganz besonderen Ring finden. Dabei treffen sie gemeinsam mit den Kindern auf einen Wal und reisen zur Sonne. Ulrike Lenz und Galina Gluschkov laden zum Mitspielen ein!

Diese Damen lassen sich das nicht bieten!

27.02.2015

Sir John Falstaff, ein Lebemann wie er im Buche steht, möchte gleich zwei Damen verführen. Doch diese wittern das böse Spiel und treiben den Trunkenbold in die Enge.

Otto Nicolais komisch-fantastische Oper »Die Lustigen Weiber von Windsor« feiert als Kooperation mit dem »Lyric Opera Studio Weimar« am Samstag, dem 28. Februar, um 19.30 Uhr im Großen Haus Premiere. Lassen Sie sich von dem feinen Humor des volkstümlich-eleganten Verwirrspiels begeistern.

Ein Wagnis, das sich lohnt

26.02.2015

Die Zeit, eine der renommiertesten Wochenzeitungen in Deutschland, hat einen großen Artikel zu unserer »Faust« – Inszenierung veröffentlicht. Auch das Kulturmagazin Perlentaucher spricht in seiner Kulturrundschau über die Tragödie mit »teuflischer Struktur«.

»Die kleine Thüringer Landesbühne macht großes Theater in der Provinz. Ihre ›Faust‹-Inszenierung erzählt viel über den Reichtum der deutschen Kulturlandschaft und ihre Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt« urteilt Zeit-Rezensent Christoph Dieckmann. Sein abschließendes Résumé des Abends lautet: »Rudolstadt ... trumpft mit Hochkultur und stemmt ›Faust‹ – spektakulär, mit Musik.« Die vollständige Kritik können Sie hier nachlesen.
Was Chefdramaturg Michael Kliefert nachts um drei in der Premierennacht noch über den Mephisto zu sagen weiß, erfahren Sie hier.

Wer sich einen ersten Eindruck des Musik_Theater_Schauspiels verschaffen möchte, sollte sich unseren neuen Trailer ansehen.

Die nächste Vorstellung findet am Samstag, dem 4. April, um 19.30 Uhr im Großen Haus statt.

Von Liebe, Lust und Leidenschaft

24.02.2015

»Ich möchte, dass Du hier bei mir bist - glücklich oder unglücklich, das ist mir egal.«

Am vergangenen Samstag feierte »Glück - Le Bonheur« eine umjubelte Premiere im Schminkkasten. »Ein bisschen wie eine Paartheraphie«, schlussfolgerte Sylvia Obst von der Ostthüringer Zeitung. »Geboten wird ein köstliches Kammerspiel, leicht vom Boulevard angehaucht.« Lesen Sie die ganze Rezension hier.

Die nächsten Vorstellungen finden am 21. März und 4. April, jeweils 20 Uhr im Schminkkasten statt.

5. Sinfoniekonzert »Spätwerk und Reife«

20.02.2015

Beim 5. Sinfoniekonzert heute im Meininger Hof in Saalfeld und morgen, den 21. Februar, im Großen Haus des Theaters Rudolstadt feiern die Thüringer Symphoniker zusammen mit dem Pianisten Peter Rösel dessen 70. Geburtstag.

Die Zuhörer erleben eine Zusammenstellung von Musiken, die unter anderem Bezüge zur aktuellen »Faust«-Inszenierung von Schauspiel und Orchester aufnehmen. Angefangen mit Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert in B-Dur wird der Abend unter dem Titel »Spätwerk und Reife« mit Stücken der Komponisten Robert Schumann und Johannes Brahms abgerundet.

Für die heutige Veranstaltung im Meininger Hof gibt es noch Karten.

Eine neue Bildergalerie ist online.

20.02.2015

»Was bin ich?« (47) mit Jörg Kachelmann

Die schönsten Bilder der 47. Veranstaltung »MMM - Ein heiteres Beruferaten« finden Sie in der neuen Bildergalerie. Als Stargast begrüßten wir Moderator und Meteorologe Jörg Kachelmann. Natürlich moderierte Roberto Lembke alias Steffen Mensching die Show.

Kantinengespräch mit Jörg Kachelmann

19.02.2015

Stargast der 47. Ausgabe unserer Erfolgsveranstaltung »Was bin ich?« war Meteorologe und Moderator Jörg Kachelmann. Wir trafen ihn in der Kantine des Theaters zum Interview.

Was hast du heute gemacht?

Ich war heute in Frankfurt am Main und habe eine Vollmacht für meinen geschätzten Anwalt Johann Schwenn unterschrieben. Dann bin ich nach Rudolstadt gefahren und das war es eigentlich.

Bist du schon einmal in Rudolstadt gewesen?

Ja, ich habe hier eine Wetterstation im Schwimmbad eingeweiht. Das ist aber schon länger her.

Was ist dir bei deiner Ankunft als Erstes aufgefallen?

Ich habe nichts Dramatisches entdeckt. Bei meinem ersten Besuch fiel mir auf, dass Rudolstadt eine ganz normale Stadt ist. Ich mache mir keine tierschürfenden Gedanken über die Schönheit von Städten. Das habe ich noch nie verstanden, wenn Leute sagten: »Dresden ist schöner als Leipzig, Köln schöner als Düsseldorf…« Ich verstehe diese Stadt-Chauvinisten nicht, die meinen, sie könnten nur dort oder dort wohnen.

Wann platzt dir der Kragen?

Nie.

Welchen Beruf hättest du ergriffen, wenn du nicht das geworden wärest, was du jetzt bist?

Ich hatte immer darüber nachgedacht, dass Politiker sein doch eine tolle Sache ist. Da ich schon immer gern versucht habe, andere von meiner Meinung zu überzeugen, wäre das eine gute Gelegenheit gewesen. Vielleicht schlage ich diesen Weg ein, wenn ich älter bin und mir langweilig geworden ist.

Was liebst du an deinem Beruf?

Man weiß direkt am nächsten Tag, ob man gut gearbeitet hat. Das hat man in den wenigsten Berufen, dass man so schnell weiß, ob man gut war oder nicht.

Was würdest du an deinem Leben ändern, wenn du könntest?

Das wüsste ich nicht. Eigentlich bin ich rundum zufrieden.

Was war deine letzte gute Tat?

Die findet oft statt, denn ich gebe immer ein genügend großes Trinkgeld. Ich weiß, was vor allem in Deutschland in der Gastronomie verdient wird, furchtbarerweise. In der Schweiz ist es ein Vielfaches. Deshalb ist mir wichtig, dass ich den ausgebeuteten Menschen, ein entsprechendes Trinkgeld zurücklasse. Ob das eine gute Tat ist, weiß ich nicht, aber es ist eine kleine menschliche Tat.

 

Das Interview führte Lisa Stern.

Der »Faust« im Interview bei »Marlene«

16.02.2015

Regisseur, Schauspieler und Intendant Steffen Mensching war in der Sendung »Marlene« des MDR Radio Thüringen zu Gast.

Als Studiogast erzählt er von den Herausforderungen der Inszenierung und warum der »Faust« in Rudolstadt zur Aufführung kommen sollte. Nachhören können Sie den Beitrag unter diesem Link.

Theaterkritikerin Frauke Adrians schreibt im »Freien Wort« zur »Faust«-Inszenierung: »Endlich wieder ein ›Faust‹ in Thüringen, der das Hinfahren - auch aus außer-thüringischer Entfernung - lohnt und bei dem das Hinsehen große Freude macht

Für die Aufführung am Dienstag, den 17. Februar, um 15 Uhr gibt es noch Restkarten, die Sie an allen bekannten Vorverkaufsstellen erstehen können.

"Allerlei Lust" zum Valentinstag

14.02.2015

Was passt besser zum Valentinstag als erotische Literatur? 

Steffen Mensching empfängt Sie zur nächsten »Roten Laterne« in den Schminkkasten. Die Lesung beginnt heute, dem 14. Februar, um 21 Uhr. Literarische Meisterwerke quer durch die Jahrhunderte haben an diesem Abend eines gemeinsam: Sie reichen von empfindsam-schön bis anzüglich-obszön, von galant bis drastisch.

Der »Zupfgeigenhansel« und die Romantik

13.02.2015

Das Urgestein der deutschen Folk-Szene Erich Schmeckenbecher ist heute Abend zu Gast.

Bereits an dem Revueabend »Deutschlandlieder« war er bei uns zu Gast und begeisterte die Zuschauer mit seiner Musik. Wir freuen uns, ihn heute, den 13. Februar, um 19.30 Uhr erneut bei uns im Großen Haus begrüßen zu dürfen. Er steht mit seinem aktuellen Programm »Der Vogel Sehnsucht« auf der Bühne und wird von seiner geheimen Leidenschaft, der Romantik, singen. Wer seine legendären Texte und Melodien erleben möchte, kann noch an allen bekannten Vorverkaufsstellen Karten erstehen oder unter 03672/422766 reservieren.

»Grandiose Gretchen-Tragödie«

09.02.2015

Am vergangenen Samstag feierte das Musik_Theater_Schauspiel eine umjubelte Premiere im Großen Haus.

Die Stimmen der Presse wollen wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten. Lesen Sie hier die aktuellen Kritiken. Wenn Sie einen ersten Blick auf den »Faust« werfen möchten, können Sie sich hier den Beitrag des MDR Thüringen Journals ansehen.

Die nächste Vorstellung, für die noch Karten zu haben sind, ist am 5. April, um 19.30 Uhr, im Großen Haus.

Was nun, kleiner Bruder?

05.02.2015

Als der 11-jährige Patrick erfährt, dass er einen Bruder bekommt, ist die Freude groß. Doch diese trübt sich schnell, denn das Geschwisterchen wird mit dem Down-Syndrom (Trisomie 21) geboren werden.

Kristo Šagors preisgekröntes Jugendstück »Patricks Trick« setzt sich mit dieser brisanten Thematik klug und humorvoll auseinander. Die Inszenierung in der Regie von Anne-Kathrin Bartholomäus feiert heute, den 5. Februar, um 18 Uhr im theater tumult Premiere. Die nächsten Vorstellungen sind am Donnerstag, dem 12. Februar, um 10 und 12 Uhr.

Es ist ein Schnee gefallen ...

04.02.2015

Denn es ist noch nicht Zeit,
Dass von den Blümlein allen,
Dass von den Blümlein allen
Wir werden hoch erfreut.

So sprach einst Johann Wolfgang von Goethe über den März, und so ist es wohl auch. Doch wir lassen uns nicht betrüben und sehen erwartungsvoll in den Spielplan für den kommenden, ersten Frühlingsmonat. Die Höhepunkte im März-Spielplan sind: PREMIERE Drei Schwestern | Faust_Eins | PREMIERE Unwiderstehlich | Glück - Le Bonheur | THEATERTAG Dinner für Spinner | 6. Sinfoniekonzert

Den druckfrischen Leporello können Sie sich hier online anschauen.

Ich bin wie du

30.01.2015

Die Fotoausstellung »Leben braucht Vielfalt!« der Stuttgarter Fotografin Conny Wenk ist ab sofort in der KulTourDiele zu bestaunen.

Matthias Biskupek, Vorsitzender des Theaterfördervereins, Simone Hübner aus dem Vorstand der Lebenshilfe Saalfeld-Rudolstadt sowie Ulrike Lenz, Theaterpädagogin und Dramaturgin, eröffneten am heutigen Abend die Schau. Auf eindrucksvollen Portraits werden Menschen gezeigt, die wie alle anderen sind und doch unterscheidet sie eine Kleinigkeit: Die Kinder auf den Bildern haben das Down-Syndrom (Trisomie 21).

Nur wenige Tage nach der Ausstellungseröffnung feiert am 5. Februar um 18 Uhr »Patricks Trick« Premiere im theater tumult. Das Jugendstück erzählt die Geschichte des 11-jährigen Patrick, der erfährt, dass sein noch ungeborener Bruder Trisomie 21 haben wird. Trotz aller Schwere des Themas räumt das Stück dabei humorvoll mit manch einem Klischee auf und wirft einen mutigen Blick auf das Leben mit Handicaps.

Vom fleißigen und faulen Mariechen

26.01.2015

Das gestrige 3käsehoch im Großen Haus kann man gut und gerne als ausverkauft bezeichnen. Zahlreiche Kinder sind gekommen, um mit Steffen Mensching das Märchen der Frau Holle spielerisch nachzuerzählen.

Mit tollen Requisiten und einem fast echten Apfelbaum fühlten sich die Kinder schnell ins Reich der Frau mit den langen Zähnen versetzt. Das Goldmariechen wollte natürlich jedes kleine Mädchen gern sein. Doch auch die Rolle der Frau Holle war beliebt. Eine neue Gelegenheit bekommen Kinder ab 5 Jahren am 1. März, wenn es wieder heißt "Bühne frei!" zum nächsten 3käsehoch

Solist Enrico Casazza im Interview

17.01.2015

Der Violinist des Abends ließ es sich nicht nehmen, uns ebenfalls ein Interview zu geben.

Die Musikdramaturgin Johanna Muschong traf ihn gestern kurz vor der ersten Aufführung des 4. Sinfoniekonzertes »Harmonische Launen«.

 

Herr Casazza, wir sind sehr froh, Sie als Solist unseres 4. Sinfoniekonzert hier am Theater Rudolstadt begrüßen zu dürfen. Sie spielen auf einer Barockgeige - was ist das für ein Instrument? Von wem wurde es gebaut und was ist das Besondere daran?
Meine Geige wurde von Vincenzo Sannino, einem berühmten italienischen Geigenbauer des letzten Jahrhunderts erbaut, der nicht nur für die Klangqualität, sondern auch für die Qualität und Schönheit der verwendeten Materialien berühmt war. Für den Entwurf der Geige ließ er sich von den Instrumenten Antonio Stradivaris inspirieren. Die Geige ist mit blanken Darmsaiten bespannt. Auch der Bogen ist ein spezieller Barockbogen: er ist leichter als ein moderner Bogen.
Der besondere Klang der Barockgeige entsteht durch die Darmsaiten: diese sind weicher als die bei modernen Geigen verwendeten Stahlsaiten und sorgen für einen süßeren, zarteren Klang. Der leichte Barockbogen ermöglicht eine größere Artikulation in der Phrasierung. Der wichtigste Unterschied aber wird von dem Musiker selbst produziert, in dem er mit seinem Instrument das Augenmerk besonders auf die Artikulation und den mäßigen Einsatz von Vibrato richtet. 

 

Wie würden Sie den Klang einer Barockvioline beschreiben?

Ich stelle mir den Klang der Barockvioline hell und schön gerahmt vor, wie ein Gemälde von Caravaggio, wobei jedes Objekt durch die Form, das Licht und die Farben festgelegt wird.

Merkt man auch als Laie den Unterschied zu einer modernen Geige?
Der Zuhörer kann die verschiedenen Klangnuancen, die Klarheit der Artikulierungen und die Linearität des Klangs sicherlich durch das Vergleichen verschiedener Interpretationen oder Aufnahmen desselben Musikstückes hören und erfassen.

 

Wann haben Sie Ihre Leidenschaft für »Alte Musik« entdeckt?

Schon immer. Ich war immer fasziniert von der Kraft der Harmonien, der starken Einbeziehung des Rhythmus und von der Möglichkeit, sich in die Launen und Stimmungen der »Alten Musik« einzufühlen.

Die Auseinandersetzung mit der historischen Aufführung- spraxis hat sich nach und nach entwickelt. Durch die Zusammenarbeit mit Musikern wie Goebel, Alessandrini, Biondi, Hogwood oder Dantone wurde ich zu einer immer intensiveren Beschäftigung damit angeregt. 

 

Sie haben die Konzerte Vivaldis schon viele Male gespielt, sowohl bei Aufnahmen als auch im Konzert – entdecken Sie trotzdem immer noch neue Facetten an den Werken?
Diese Werke enthalten immer noch all die Energie, die Kraft und das Überraschende, wie zu der Zeit, in der der Komponist sie geschrieben hat.

Es ist unsere Aufgabe, sie dem Publikum anzubieten, welches wiederum nach neuen Emotionen und Überraschungen sucht. Jedes Mal, wenn ich diese Werke spiele, ist es so, als ob sie etwas Neues wären, weil die Emotionen, die dabei entstehen, wieder neu sind.

 

Wie würden Sie das Konzert »Il favorito« RV 277 von Antonio Vivaldi beschreiben, das Sie bei uns spielen? Was ist das für eine Klangwelt? Gibt es den typischen »Vivaldi-Sound«?
Ja, ich denke, es gibt einen »Vivaldi-Sound«.

Und es ist leichter, sich diesen Sound vorzustellen, wenn wir uns das tägliche Leben in Venedig im achtzehnten Jahrhundert vorstellen, das von edlen und wichtigen Geschäftsleuten mit glitzernden und bunten Kleidern bevölkert ist, die durch die venezianischen Gassen spazieren. Auch die Musik von Vivaldi spielt mit luxuriöser Raffinesse und intensiver Leidenschaft. Herzzerreißende Momente und dramatische Erleichterung existieren nebeneinander, aber auch Ruhe und Frieden. 

Und am Ende beschließt Vivaldi sein Werk mit einem Gefühl der Akzeptanz von allem, was war. Ich identifiziere mich mit diesem Gedanken: Ich rufe mir Gefühle wieder ins Gedächtnis und versuche, meine Geschichte zu erzählen.

Dirigieren wird bei unserem Sinfoniekonzert ihr italienischer Kollege Gianluca Capuano – arbeiten Sie öfter zusammen? Gianluca Capuano ist ein fantastischer Musiker. Ich kenne ihn seit vielen Jahren und teile eine Menge aufregender Konzerterlebnisse mit ihm. Ich bewundere ihn für seine Leidenschaft, seine Vielseitigkeit und seine Kompetenz, die von der Musik des sechzehnten Jahrhun- derts bis zu zeitgenössischer Musik reicht.

 

Wohin geht Ihre Reise nach den beiden Konzerten in Rudolstadt?

Im Februar werde ich einige neue Entdeckungen Vivaldis aufführen und aufnehmen. Danach spiele ich in Mailand und Paris Werke von Hasse, Pergolesi und selbstverständlich – Vivaldi!

 

Ich bedanke mich ganz herzlich für das Interview und wünsche alles Gute für Ihre nächsten Konzerte!

 

Das Interview führte Johanna Muschong. 

 

 

4. Sinfoniekonzert »Harmonische Launen«

16.01.2015

Heute beginnt der musikalische Auftakt zum neuen Jahr mit einem Konzert der »Alten Musik«.

Die fachkundige Leitung übernimmt der Dirigent und Cembalist Gianluca Capuano, der als ausgewiesener Interpret »Alter Musik« gilt. Erleben Sie außerdem den italienischen Solisten Enrico Casazza an der Violine. Das 4. Sinfoniekonzert findet heute, den 16. Januar, um 19.30 Uhr im Meininger Hof statt.

Johanna Muschong, die Musikdramaturgin unseres Hauses, hatte das Vergnügen, ein Interview mit dem Gastdirigigenten Gianluca Capuano zu führen.

Herr Capuano, Sie sprechen deutsch - verraten Sie uns, wo Sie so gut Deutsch gelernt haben?

Schon als Kind habe ich deutsche Literatur und Musik geliebt. Obwohl ich in der Schule nur Englisch und Französisch hatte, habe ich auch nebenbei immer Deutsch gelernt und gelesen. Als ich erwachsen war und meinen Abschluss in Philosophie an der Universität Mailand gemacht hatte, hatte ich vor, in Deutschland zu promovieren. Deshalb habe ich zwei Jahre lang Philosophie-Seminare in Freiburg im Breisgau belegt. Dies konnte ich jedoch nicht zu Ende bringen, da ich immer mehr musikalische Verpflichtungen bekam.

Aufgrund Ihrer Sprachkenntnisse nehme ich an, dass das nicht Ihr erster Konzertauftritt in Deutschland ist…?

Ja, das ist richtig! Ich arbeite seit einigen Jahren regelmäßig in Deutschland, zum Beispiel mit dem bekannten Barockorchester Concerto Köln. Im Jahr 2014 war ich unter anderem bei den Schwetzinger Festspielen engagiert und an der Oper Köln habe ich eine Oper von J. A. Hasse dirigiert.

Sie haben Orgel, Komposition und Orchesterdirigieren studiert, kennen den Musikerberuf sozusagen von jeder Warte aus betrachtet. In Mailand gründeten Sie das Vokal- und Instrumentalensemble »Il canto di Orfeo«, das auf alten Instrumenten spielt – seit wann besteht Ihre Leidenschaft für »Alte Musik« und historische Aufführungspraxis?

Es war eine Art Eingebung nach Abschluss meines Orgelstudiums. Angeregt von den Begegnungen mit herausragenden Musikerpersönlichkeiten, begann ich, Literatur über Fragen der historischen Aufführungspraxis zu studieren. Dann hatte ich das Glück, in Mailand auf einer Orgel des großen deutschen Orgelbauers Jürgen Ahrend zu spielen – eine »Bach-Orgel«, die einzige in Italien. Schließlich hat meine Leidenschaft für Stimmen und Vokalmusik zur Gründung des Ensembles „Il canto di Orfeo“ geführt, mit welchem ich Musik von Monteverdi bis Mozart und auch zeitgenössische Werke aufführen. Erst letzte Woche hat mein Ensemble an der Mailänder Scala bei der Aufführung des Monumentalwerks »Die Soldaten« von Bernd Alois Zimmermann mitgewirkt.

Ihr italienischer Musikerkollege Enrico Casazza wird in unserem 4. Sinfoniekonzert als Solist an der Violine zu erleben sein. Auch er spielt auf einem besonderen Instrument, nämlich einer Barockgeige; inwiefern verändert sich für den Zuhörer die Musik beziehungsweise das Hörerlebnis, wenn auf historischen Instrumenten gespielt wird?

Ich bin froh, in Rudolstadt mit Enrico musizieren zu können. Er ist ein außergewöhnlicher Musiker, mit dem ich seit vielen Jahren zusammenarbeite.
Wenn die Musik vergangener Jahrhunderte auf »historischen« Instrumenten gespielt wird, verändert sich, würde ich sagen, die »Sprechweise« hin zu mehr Rhetorik. Alle Werke der vergangenen Jahrhunderte beruhen auf der Tatsache, dass sich die Instrumentalmusik auch an der Vokalmusik orientiert. Darmsaiten haben im Vergleich zu Stahlseiten bei Streichinstrumenten viele Nachteile. Sie verstimmen leicht und reagieren sehr empfindlich auf Temperatur und Feuchtigkeit. Aber sicher produzieren die Darmsaiten einen Klang, der näher an der menschlichen Stimme ist. Darüber hinaus klingen die alten Instrumente transparenter, so dass sie die Singstimme dynamisch ausgewogen begleiten können. Aber ich muss auch sagen, dass heute mehr und mehr moderne Orchester mit Neugier, Offenheit und Intelligenz einen »philologischen« Ansatz verfolgen und dies auch ohne den Einsatz von historischen Instrumenten gelingt.

Zusätzlich zu Ihrem Musikstudium haben Sie noch Philosophie studiert. Was hat Sie dazu bewogen?

Die Philosophie war schon immer meine zweite große Leidenschaft neben der Musik. Bis ich 25 war, war ich sehr unentschlossen, ob ich eine akademische Laufbahn einschlagen oder Musiker werden wollte. Schließlich hat die Musik sich durchgesetzt, aber ich lerne und schreibe weiterhin in meiner Freizeit. Ich durfte auch Seminare über Musikphilosophie halten.

Würden Sie sagen, dass Ihnen die Philosophie beim Verstehen oder Ergründen von Musik hilft?

Natürlich haben meine philosophischen Studien auch großen Einfluss auf meine Auseinandersetzung mit der Musik, aber das würde jetzt zu weit führen... (lacht)

Unser Publikum wird in unserem 4. Sinfoniekonzert drei Werke berühmter italienischer Barockkomponisten und nach der Pause ein großes Werk der Klassik eines deutschen Komponisten, nämlich Beethovens 1. Sinfonie, zu hören bekommen. Wenn Sie dieses Programm kurz beschreiben sollten, was würden Sie sagen, was erwartet unser Publikum an diesem Konzertabend, und auf was freuen Sie sich persönlich besonders?

Im ersten Teil des Konzerts begegnen wir drei Giganten des italienischen Barock. Man kann sagen, dass die Instrumentalmusik des 18. Jahrhunderts mit Corelli geboren wurde. Sie wurde zum beliebtesten Nachahmungsmodell der Komponisten dieser Epoche. Geminiani, sein Schüler, geht so weit, diese neu zu schreiben - und es ist nicht etwa ein Korrigieren, sondern eine Huldigung! Er arbeitete die Musik des Meisters so um, dass er zum Beispiel ein Stück für Violine zu einem durchgehenden Concerto grosso formte. Auch die Musik Vivaldis ist eine Weiterentwicklung dessen, was mit Corelli begann. Die Geige, die der unbestrittene Star der Musik des 18. Jahrhunderts ist, erreicht mit Vivaldi, dem „roten Priester“, ihren Höhepunkt in Technik und Ausdruck.

Ich freue mich sehr darauf, mit den Thüringer Symphonikern Beethovens 1. Sinfonie spielen zu dürfen. Natürlich wird meine Lesart auch hier wieder von meinem philologischen Ansatz beeinflusst werden. In diesem Meisterwerk gibt es viele Anklänge an Haydn, Mozart und die Mannheimer Schule. Doch diese Musik war bereits zukunftsweisend und überrascht uns wie schon damals seine Zeitgenossen hinsichtlich ihrer Modernität.
Gleichzeitig möchte ich dem Publikum eine vielleicht etwas „italienischere“ Interpretation des großen deutschen Repertoires bieten. Die Beurteilung des Ergebnisses überlasse ich dann dem Zuhörer!

 

Ich bedanke mich ganz herzlich für das Interview und freue mich auf das Konzert!

 

Das Interview führte und übersetzte aus dem Italienischen Johanna Muschong.

Das Idealbild einer Primaballerina

12.01.2015

Am vergangenen Samstag feierte das zauberhafte Ballett "Giselle" bei uns seine Premiere.

Schon morgen, den 13. Januar, um 15 Uhr haben Sie die nächste Möglichkeit, das Stück über eine leidenschaftlichen Liebe, die über den Tod hinausgeht, zu sehen. Um sich ein wenig Appetit zu holen, können Sie hier und hier die grandiosen Kritiken nachlesen.

Ein frohes neues Jahr!

02.01.2015

Wir freuen uns auf die Gäste der kommenden Woche in Ihrem Theater Rudolstadt.

Starten Sie mit viel Witz und dem Kabarett »Fettnäppchen« aus Gera in das neue Jahr. Am Samstag, dem 3. Januar, um 19.30 Uhr heißt es: »Frieda, Freude, Eierkuchen«.

Am Montag, dem 5. Januar, um 18 Uhr sehen Sie mit dem Gastspiel »Tschick« des DNT Weimar zwei jugendliche Ausreißer auf dem abenteuerlichen Weg zum Erwachsenwerden.

Die erste Premiere des Jahres feiern wir am Samstag, dem 10. Janaur, um 19.30 Uhr im Großen Haus mit dem Ballett »Giselle«, in Kooperation mit dem Theater Nordhausen.