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Biografie: Ein Spiel

Komödie von Max Frisch
Premiere am 2. Oktober 2010 | Großes Haus


»Können Sie sich vorstellen, etwas anderes geworden zu sein als Schriftsteller?« wurde Max Frisch einmal von einem Journalist gefragt. »Aber ja«, antwortete der Schweizer Autor, »zum Beispiel Playboy oder Millionär.« Ironisch kommentierte Frisch damit ein Thema, das im Zentrum seines Werkes steht: Die Frage, wie unscheinbare Ereignisse das Leben entscheidend prägen. Wie Zufälle und Nebensächlichkeiten zu bestimmenden Faktoren geraten. Sind wir wirklich unseres Glückes Schmied? Wie frei bin ich? Und warum mache ich immer die gleichen Fehler? Kann ich mein Leben noch mal von vorne anfangen? Herr Kürmann, der Held dieser 1968 uraufgeführten, 1984 von Frisch neu bearbeiteten Komödie, nimmt die Fragen ernst und dreht den eigenen Lebensbogen bis zu jenem Punkt zurück, wo er den Beginn späterer Verhängnisse vermutet. Es ist der Abend, an dem er seine künftige Frau zum Bleiben aufforderte. Das Spiel um eine Wunschbiografie beginnt. Kürmanns Leben wird demontiert, analysiert und neu zusammengesetzt. Aber gleicht nicht am Ende der neue Entwurf dem Original auf erschreckende Weise? Bertolt Brecht schrieb die schöne Zeile: »Neu beginnen kannst du mit dem letzten Atemzug.« Max Frisch macht darauf die theatralische Nagelprobe und untersucht, ob diese utopische Behauptung stimmt.

Der Schweizer Dramatiker und Erzähler Max Frisch ist einer der bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts. In allen seinen Werken umkreist er die Gespaltenheit und Widersprüchlichkeit, das Rätselhafte der menschlichen Existenz.

Max Frisch hat in seinen Tagebüchern gern Fragebögen veröffentlicht. Was würden Sie antworten, wenn er Ihnen heute diese Fragen (PDF) stellen würde?

Spieldauer: 2h 10


Regie:  Steffen Mensching
Ausstattung:  Vinzenz Gertler

Hannes Kürmann:  Rayk Gaida
Antoinette Stein:  Anne Kies
Assistentin:  Verena Blankenburg
Assistent:  Benjamin Griebel

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