Ox und Esel
Eine Art Krippenspiel von Norbert Ebel für Jung und Alt
Premiere am 27. November 2010 | Schminkkasten
Die alte Weihnachtsgeschichte in neuer Version – liebevoll und urkomisch!
»Maria und Josef stecken im Einkaufschaos fest. Sie haben ihr Kind nur in die Futterkrippe gelegt, weil sämtliche Hotels zu Bethlehem ausgebucht sind.«
Das jedenfalls vermuten Ox und Esel, die sich in ihrem Stall durch den Beziehungsalltag kämpfen. Was tun mit dem Findelkind? Draußen heult der Wind, und es ist lausekalt! Das Baby quäkt, macht das Heu nass und hat ständig Hunger! »Und wenn es nun doch das Jesuskind ist?« Nach lautstarken Disputen einigen sich die zwei schrulligen Stallbewohner darauf, den Säugling in ihre Männer-WG aufzunehmen. Nicht zuletzt, weil die Soldaten des Herrn Rhodes alle Kinder der Stadt um die Ecke bringen wollen. Diese Ungerechtigkeit der großen Politik stachelt das Ehrgefühl der jungen Adoptiveltern umso mehr an. Gemeinsam werden sie das Kind schon schaukeln! Doch wer gibt die Mutter und wer den Vater?
Norbert Ebel hat ein höchst vergnügliches Theaterstück geschrieben, ansehnlich über die Weihnachtszeit hinaus. Freigegeben für kleine Menschen, doch genauso zu empfehlen für die Großen, wenn ihre Kleinen längst im Bett sind. Schließlich hat die Geburt dieses Kindes die Welt verändert! Und wer will schon verpassen, wie die frohe Botschaft der Liebe aus dem Stall von Ox und Esel in die Welt kam.
Regie
Michael Kliefert
Ausstattung
Kathrin Sellin
Ox
Joachim Brunner
Esel
Horst Damm
Und auf dem Fressen liegt das Jesuskind
Ostthüringer Zeitung, 29.11.2010
Schöne Bescherung für "Ox und Esel" am Theater Rudolstadt Von Thomas Spanier
Ein solches Krippenspiel haben weder die kleinen noch die großen Gäste der Premiere von "Ox und Esel" je gesehen. Das tut dem Spaß im Schminkkasten des Rudolstädter Theaters aber keinen Abbruch. Nach nicht mal einer Stunde gibt es am Sonnabend dankbaren Applaus.
Die Geschichte ist schnell erzählt: Während Ox (Joachim Brunner) im bitterkalten Bethlehem seine schwere Arbeit verrichtet, vertreibt Esel (Horst Damm) mit seinem Schwanz Fliegen oder sich die Zeit mit alten Damen. Ein paar Schemel, ein paar Futtersäcke mit Heu und Stroh sowie eine Kanne Wasser, mehr braucht es nicht im Stall.
Die Welt der Männer-WG kommt erst ins Wanken, als sich in Ox Fressen ein Menschenkind befindet, womöglich gar Jesus? Es ist die Zeit und der Ort, kann also sein. "Sind so kleine Hände, winzge Finger dran", findet Esel mit Wegnerscher Poesie beim Blick in den Strohsack. Ox aber hat Hunger, also muss das Kind weg.
Bis zum Happy end passieren noch jede Menge merkwürdiger Dinge. Mit originellen Details so dient eine Wärmflasche als Baby und die Milch wird im Tetrapackkarton rangeschafft bleibt der Spaßpegel hoch. Schauspielchef Michael Kliefert hat ohne großen Aufwand eine schöne Miniatur auf die Bühnenbretter gebracht.