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31.05.2014  Künftige Landtagsabgeordnete beim Wort nehmen

 

"Kultur und Politik im Gespräch" / Zahlreiche Fördervereinsmitglieder im Publikum

Mit „Kultur und Politik im Gespräch“, Regionale Podien zur Kulturentwicklung in Thüringen, ist eine vom Kulturrat Thüringen initiierte Gesprächsreihe in Zusammenarbeit mit der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen überschrieben. Eine davon fand am Mittwochabend (28.05.) im Rudolstädter Schminkkasten statt. Moderiert vom Vorsitzenden des Theaterfördervereins, Matthias Biskupek, stellten sich Jörg Kellner, kulturpolitischer Sprecher der CDU im Landtag, Landessprecherin Stephanie Erben (Bündnis 90/Die Grünen), Marion Rosin, Landtagskandidatin der SPD Saalfeld-Rudolstadt, Reiner Kräuter, Landtagskandidat DIE LINKE Saalfeld-Rudolstadt, Dr. Lutz Unbehaun, Vizepräsident des Kulturrates Thüringen, und Steffen Mensching, Intendant des Theaters Rudolstadt, der Diskussion. 

Dabei hinterfragte der Kulturrat mit so genannten Wahlprüfsteinen im Vorfeld Vorhaben und Ziele Thüringer Parteien nach der Landtagswahl 2014. In seiner kurzen Begrüßung hob Kulturrat-Geschäftsführer Jörg Dietrich die Kultur als eine Form der Lebensqualität und als wichtigen Standortfaktor hervor - eine Auffassung, die im Podium keinen Widerspruch auslöste.  

Das war nicht der einzige Punkt, in dem sich die Frauen und Männer auf der Bühne einig waren. Auch in Fragen des Erhalts der Kulturlandschaft, wozu ja auch das Rudolstädter Theater gehört, gab es keine unterschiedlichen Meinungen. Sie zu bewahren, sei das Ziel aller Partien, war zu hören. Unterschiede gab es da schon in der Frage der Finanzierung. Während Stephanie Erben das Kulturraumgesetz von Sachsen in Spiel brachte, hoben andere Podiumsteilnehmer auf die bislang praktizierten Systeme ab. Da sind bekanntlich die Kommunen mit im Boot.

Steffen Mensching würdigte, dass in den letzten Jahren viel Positives erhalten worden sei, regte aber an, neue Modelle zur Finanzierung zu suchen. Das sei auch über eine Kreisreform möglich, sagte er. Aber er fügte hinzu: „Wir werden ab 2016 nicht mehr mit dem Geld von heute auskommen. Die unterschiedliche Finanzierung von Theatern in Thüringen ist ungerecht. Es muss gelingen, dass der Bund mehr Geld für die Kulturlandschaft in den Ländern gibt.“

Rainer Kräuter hatte gleich die entsprechenden Zahlen zur Hand: 250 Millionen sind 2013 in die Kultur geflossen, davon 140 Millionen vom Land.

In einem kurzen Beitrag verwies der Schatzmeister unseres Fördervereins, Dr. Hartmut Franz, auf die Präambel der Thüringer Verfassung, in der der kulturelle Reichtum des Freistaates ausdrücklich benannt ist und forderte in diesem Zusammenhang die Übernahme von Verantwortung durch den Landtag und die Regierung. Lautstarken Widerspruch gab es aus dem Publikum durch die zahlreich vertretenen Mitglieder des Theaterfördervereins,  als Marion Rosin mangelndes bürgerschaftliches Engagement kritisierte. „Wir haben einen aktiven Förderverein!“ war da zu hören, verbunden mit dem Vorschlag, doch Mitglied zu werden. Dass der Förderverein in der nächsten Zeit mit Blick auf die Diskussion um den Erhalt des Rudolstädter Theaters in seiner jetzigen Struktur mehr den je gefragt ist - auch um die künftigen Mandatsträger des Landtags beim Wort zu nehmen - war wohl nicht nur für den Verfasser ein Fazit der mehr als eineinhalbstündigen Veranstaltung.

Hartmut Gerlach


 
 
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